Rakija ist mehr als Šljivovica

Rakija ist der Oberbegriff für Obstbrände. In Serbien wird sie aus Pflaumen, Aprikosen, Quitten, Birnen, Trauben und anderem Obst hergestellt. Šljivovica nimmt eine besondere Stellung ein: 2022 nahm die UNESCO das Wissen und die sozialen Bräuche rund um Herstellung und Gebrauch in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit auf.

Die nützliche Frage lautet nicht „Welche Rakija ist die beste?“, sondern „Aus welcher Frucht ist sie und welchen Stil hat sie?“. Langsam, als kleine Portion und mit Wasser probieren. Gute Rakija sollte ein erkennbares Fruchtaroma bewahren; Stärke allein ist kein Qualitätsmaß.

  • Šljivovica — Pflaume; die bekannteste Tradition.
  • Kajsijevača — Aprikose; meist deutlich fruchtig.
  • Dunjevača — Quitte; aromatisch und oft voller.

Tamjanika: Serbiens aromatische weiße Seite

Tamjanika ist eine lokale Ausprägung der Muskatellerfamilie. Die Nationale Tourismusorganisation Serbiens zählt sie zu den wichtigen alten Sorten des Landes und beschreibt, dass sie hier häufig trocken, frisch und aromatisch ausgebaut wird. Der Duft kann deshalb süß wirken, obwohl der Wein trocken ist.

Wer keine süßen Weine mag, fragt „Da li je suvo?“ — „Ist er trocken?“. Tamjanika eignet sich als erstes Glas für einen leichteren Start in den Abend. Erzeuger und Jahrgang prägen den Stil; der Sortenname garantiert keinen einheitlichen Geschmack.

Prokupac: ein serbischer Rotwein zum Entdecken

Prokupac ist eine alte rote Rebsorte mit enger Verbindung zu Serbien. Sie kann frische, fruchtbetonte Weine ebenso ergeben wie strukturierte Varianten mit mehr Körper und Tannin. Zwei Flaschen können daher sehr verschieden wirken.

Am einfachsten bestellt man, indem man den bevorzugten Stil beschreibt: leichter oder voller, mit weniger oder mehr Tannin. Wer nur drei lokale Eindrücke probiert, wählt eine Frucht-Rakija, ein Glas trockene Tamjanika und einen Prokupac im vom Service empfohlenen Stil.

Geprüfte Quellen